Das Juwel des deutschen Reisejournalismus - die Debil - stellt diesen Monat im Bild des Monats fest, dass das runderneurte Atomium in Brüssel sich in der Nacht erhebt wie "ein Kristall mit Kugeln, die wie Androiden im Weltraum flimmern".
Aha. Kugeln, Androiden, Weltraum, flimmern. Pilze, Pilze, Pilze und nie an die Folgen denken.
war an und für sich ein einfaches Wesen, das meistens mit einigen Kameraden den Tag damit verbrachte am Haltestellenhäuschen des Regionalbusses die Zeit totzuschlagen, bis der Goldene Ochsen am frühen Abend aufmachte und sich dort die Intelligenzija des Dorfes traf.
Später wurden die Umstände jedoch unnötig kompliziert. Für alle Beteiligten. Für den Nazi insofern, als dass in den 90ern plötzlich die langjährigen Konstanten Haltestelle - Goldener Ochsen sich dramatisch änderten. Einerseits weil der Nazi nun einem geregelten Berufsleben nachgehen musste und somit das mittägliche Rumhängen an der Haltestelle wegfiel, zumindest Werktags und am Wochenende war ihm irgendwie nicht mehr so sehr danach zu Mute. Andererseits, weil der Goldene Ochse jetzt von einem Russen gepachtet war. Der Russe war wohl auch nicht ganz so gut auf die Türken und die Juden zu sprechen, aber immerhin war er ein Russe und Juden hin oder her, mit einem Russen konnte man sich als Deutscher ja wohl kaum abgeben.
Das Resultat war nun, dass sich unser Dorfnazi, nennen wir ihn der Einfachheit halber Matthias, Matthias also nun mit seinen drei Freunden bei Jörg saufen ging, der als einziger von den vieren ein Haus gebaut hatte, und sie ihre Diskussionen um das Wohl des deutschen Volkes nun in Jörgs Garage abhalten mussten, da Silke zwar auch was gegen Neger und Juden hatte, aber die Kumpel ihres Mannes waren ihr in diesem Falle deutlich problematischer, wenn sie betrunken in ihrer Küche sassen. Das Paradoxon war sehr pragmatisch, denn weder Juden noch Neger hatte sie in letzter Zeit in ihrem Dorf gesehen, aber die Brandflecken Matthias' und seiner Freunde Kippen waren sehr real in ihrer deutschen Küche auf dem slowakisch verlegten Laminatboden.
Das mit der Garage war eigentlich ein unhaltbarer Zustand, und Matthias und die anderen ließen das mehrfach durchblicken, was sie von dem Rollenverständnis in Jörgs Beziehung hielten. Zunächst auch Silke gegenüber, später ob der Erfolglosigkeit der Einwände nur noch als Ceterum censo zu Jörg.
Die wöchentlichen Männerrunden in Jörgs Garage hörten mit dem unspektakulären Ende des Sommers ebenso unspektakulär auf, da es den Nazis auf die Dauer einfach zu dumm wurde in der unbeheizten und auch für deutsche Werte von Gemütlichkeit doch bescheidenen Garage zu sitzen.
Angemerkt